Mein zweiter Post war folgender:
In der nächsten Stunde, in der ich der Klasse zuschaute, am Montagmorgen, waren die Kinder nicht sehr enthusiastisch. Bei Frau T., der Englisch-sowie Deutschlehrerin sind die Kinder zwar nicht undisziplinierter, als arbeitsunwiliger, als bei Herrn D.
Ich hatte den Eindruck, zwar sieht man ihnen ihr schlechtes Gewissen an, die Tatsache des " Nicht-erwischt werden wollens" dennoch haben über 60 Prozent der Klasse die Lesehausaufgaben nicht erledigt. Frau T. rügte die Kinder, indem sie ihnen vor Augen rief, dass sie so keinen Unterricht machen könne. Nachteilig kam es mi hier vor, einzugestehen, dass die Kinder Macht über den Unterricht besaßen. Mann muss bedenken, dass das hier fünfzehn, vierzehnjährige Kinder sind, ihnen praktisch zu sagen, dass es keinen Unterricht gibt, wenn sie das nicht unterstützen, finde ich riskant.
Frau T. versuchte den Kindern darzulegen, dass die unterrichtsunfähige Situation " doof" für sie sei "und doof für euch". Ich glaube aber nicht, dass die Kinder aus dieser Tatsache wirklich einen ausreichenden Ansporn erhalten, das nächste Mal ihr Hausaufgabe zu erledigen. Die meisten von ihnen sind sicherlich zu faul, eben typische Teenager um sich von dieser Ansage beeinflussen zu lassen. Zudem wollte Frau T. den Kindern vor Augen führen, dass ihnen nach der Verkürzung der Schulzeit nur noch zwei Jahre blieben, bis sie in die Oberstufe kämmen, also in die beiden abiturvorbereitenden Jahre.
Ich finde zwar, dass ein Lehrer diese Tatsache mitdenken muss, ich glaube aber nicht, dass die Kinder sich diese Tatsache überhaupt bewusst machen können. Teenager denken selten weit in die Zukunft und wenn sie es in diesem Alter tun, dann ist es abstrakt, im Sinne von "Ich möchte einmal Polizist werden". Ich fände es ungewöhnlich mit fünfzehn von einem Kind zu hören, dass es sich jetzt anstrengen wird, damit es ein gutes Abi hat um später diesen oder jenen Ausbildungsplatz zu bekommen, oder ein Studium. Der Motivationsdruck reicht nur in den seltensten Fällen aus, die Mehrzahl der Teenager wird sich sagen, er habe ja noch "soo viel Zeit bis dahin" und sich nicht großartig ändern.
Ich hättte den Kindern einen kürzeren zeitraumgesetzt, wie eben klassisch, das Zeugnis, oder bei schone twas verständigeren Kindern, ein Lernziel offenbart, auf das sie dann hinarbeiten könnten. Ich könnte mir vorstellen, dass Kenntnis über eine endlich Zahl Lernziel, bzw. über ein bestimmtes zu erreichendes, also die Aussicht zu einem bestimmten Zeitpunkt " fertig" zu sein, averglichen mit der Vorstellung, zu einem vierjährigen Dauerlauf anzusetzen, besser geeignet ist, um die Gedankenstruktur der Kinder dahingehend zu verändern, dass sie selbstverantwortlich für die Schule (eigentlich aber für das gesetzte Ziel ) arbeiten.
Moderne Kinder sind, ebenso wie moderne Gesellschaften schnelllebig. Sie besitzen eine kurze, durch mediale Umwelt (Fernsehen, PCSpiele, Trends in den Medien) geprägte Aufmerksamkeitsspanne und nur eine kurz reichende Planungskompetenz, ebenfalls als Folge der Kurzlebigkeit ihrer Umwelt.
Und so hätte ich mich aus diesen Gründen eben für eine andere Strategie entschieden, die auch schon mehr auf die neue Rolle des Lehrers als Lernberater abzielt.
Frau T. ließ die Kinder still die Hausarbeiten nachholen. Anschließd folgte im Lehrerzimmer ein Briefing mit Herrn D., der der Klassenlehrer der Xx ist. In der nächsten Stunde rügte er die Kinder dann für ihre Arbeitsmoral im Unterricht der T.. Dies war zwar effektiv, da die Kinder Herrn D. aufgrund seiner Person Respekt zeigen und ihm gefallen wollen, er also aufgrund seiner Persönlichkeit Macht über sie besitzt, sie zu bändigen.
Ich habe auch das Gefühl, dass die Kinder ihn wesentlich ernster nehmen als Frau T. Ich selbst habe bisher nicht erlebt, dass er sich das Ruder aus der Hand nehmen lassen hat, dafür vielfältig erlebt, wie er die Kinder diszipliniert, indem er sie persönlich einzeln herausstellt und anspricht sowie ihnen durch Anweisungen in bestimmtem, aber freundlichen Ton, der keinen Wiederspruch duldet, zeigt, dass er die Leitung innehat, während Frau T. den Kindern teilweise Schwächen erkennen lässt, z.B., dass sie gestresst ist, ihr Unterricht von den Kindern abhängt, die ihre Position Schwächen.
Aus diesen Gründen setzt Frau T. den Laptop auch noch nicht im Unterricht ein, sie selbst sagt, sie sei noch dabei, in die Klasse Ordnung herein zu kriegen. Eigentlich wäre der Laptop sehr geeignet, die Kinder nach dem Belohnungsprinzip zu erziehen. Zudem hatte die T. angekündigt, dei Hausaufgaben zukünftig testatisch abzuprüfen. Auch hier könnte sie sich durch das Moodle Arbeit abnehmen.
Leider erkennt sie ihre Chancen nicht, sondern bleibt in ihrer klassischen Disziplinierungsweise, die die Jüngeren Kinder meist nicht richtig zureichend erreicht.
Jetz noch etwas, zu meinem dritten und vierten Besuch am Hansagymnasium:
Bei meinem dritten Besuch habe ich mir erneut den Deutschunterricht bei Frau Thery angesehen. An diesem Tag sah auch die Schulrektorin Frau T. zu, ich erfuhr, dass Frau T. selbst noch Referendarin ist. Vor Zwei Wochen hatte ich gehört, wie sich zwei Lehrer mit Frau T. unterhielten und ausdrückten, wie unlücklich sie es fänden, wenn Referendare bei so schwierigen Klassen eingesetzt werden. Es klang sehr kritisch. Gerade jetzt verstehe ich aber noch weniger, warum Frau T. in der 8a eingesetzt wird, sie hat es offensichtlich nicht leicht und es könnte einen negativen Einfluss auf ihre folgende Lehrtätigkeit haben, wenn ihr Erstkontakt mit einer Klasse stattfindet, mit der sie sich nciht wohl fühlt. Gerade, wenn schon vorher bekannt ist, dass es sich um eine schwierige Klasse handelt, hätte man Frau T. doch eine leichtere geben können.
Sicherlich wäre es nun ein Argument zu sagen, dass Lehrer auch mit solchen Klassen fertig werden müssen und dass man Referendare nicht in Watte packen braucht. Zudem ist auch eine schwierige Klasse am Hansagymnasium noch lange keine normale Klasse an der GSM.
Dennoch, gelungen finde ich das nicht. Ich hätte ihr einen schöneren Einstieg gewünscht, damit sie sich eine positivere Haltung bewahren kann.
Die Kinder waren in Anbetracht der Rektorin recht ruhig und friedlich, bereits in der nächsten Stunde wandelte sich allerdings das Bild.
Es kam mir vor, als müssten die Kinder, nachdem sie sich vor den Augen der Rhektorin beherrscht hatten, nun ihren Ausgleich finden.
Glücklicherweise fanden sie den erst in der nächsten Doppelstunde, bei Herrn Debacher, der sie erst mal wieder die Leinen fest machte.
Besonders ein Mädchen fiel mir auf, die sich teilweise richtig aggressiv gegen mich wandte (ich saß vor ihrem Tisch), wenn ich sie ansah. Nach einer Weile rückte sie den Tisch sogar zurück, als sei ich ihr Feind.
Auch später, gegen Herrn D. zeigte sie sich aggressiv. Ich hatte ihn bereits nach ihr gefragt, sie sei wohl häufiger aggressiv, da solle ich mich nicht wundern, im allgemeinen sei sie aber klug und könne ein gutes Abitur schaffen, sofern sie lernte, sich selbst zu zügeln.
Etwas ähnliches hatte ich mir bereits gedacht, mir war aufgefallen, dass sie im Vor-Stunde-herumgerufe immer wusste, wann welche Termine anstanden, teilweise die Lehrer nach Abgaben fragte, wann diese seine, die noch lange Zeit hatten und immer eine ordentliche Heftführung hattte. Dass sie die Hausaufgaben nicht hatte, habe ich bisher noch nie erlebt.
Wie gehe ich später mit so einem schwierigen Mädchen um, war meine Frage, auf die ich keine echte Antwort habe.
Vermutlich werde ich es auf eine bestimmte Weise versuchen und dann im Trial and Error sehen müssen, ob mein Verhalten sie erreicht. Gute Chancen hätte ich bei dieser sicher, wenn ich sie ernst nähme und ihr persönlich sagte, dass was ich über ihre Chancen und die Voraussetzung denke, ihr vielleicht ein paar Verhaltens- und Denkensratschläge gäbe?
Das hätten meine besten Lehrer in diesem Fall gemacht und bei mir hätte es auch funktioniert. Vielleicht auch bei diesem mädchen, dass sich sicherlich Gedanken über die Zukunft macht (konkret bis zum nächsten Zeugnis und abstrakt im Sinne von, ich möchte einmal...)......?
Mein vierter Besuch und damit das (fünfte Mal eine Doppelstunde) war nicht in der 8a.
Ich begleitete am freitag meine alte Leistungskurslehrerin, Frau Staats, und die Person, die mich am meisten darin bestärkt hat ( nicht persönlich, durch Worte, sondern durch ihr Beispiel und iher positive Berufs- und Lebenssicht) in eine sechste Lateinklasse.
Hier gefiel es mir besser. Ich merkte, dass ich mich erholte, als ich den kleinen Gegenüberstand und mich freute, während ich bei der 8a auch immer positiv war, aber doch ein wenig Sorge hatte, irgendwo.
Einer der Schüler, erzählte Frau Staats mir, setze sich in den Schrack, wenn er traurig sei. Er ist hochbegabt. Zuerst erschreckte mich das, ein Schüler, den ich morgends im Schranck finde und der sagt, er sei dann traurig? Als ich vor der Klasse stand, klamen mir alle Kinder so niedlich vor, dass ich sicher war, auch einen Shcüler zu trösten und herauslocken zu können, der im Schrank sitzt. Zudem, hatte Frau Staats gesagt, käme er meist nach einer Weile allein heraus. Am Ende war er dann auch von allein auf seinem Platz und nicht irgednwo, im Mobiliar.
Frau Staats bearbeitete mit den Schülern einen Aufgabenzettel, der ein wenig lusti gestaltet war, auch mit Zeichnugnen, also sehr kindgerecht. Mir fiel auf, dass die Schüler doch sehr arbeitsfähig waren und sich gut konzentrierten. Sie kamen sehr gut durch die Aufgabenzettel. Die die fertig waren, kamen zu Frau Staats und wolten, dass sie sich die Zettel anschaut. Als ich noch in der Unterstufe war, wollte ich das auch immer. Frau Staats sah sich, solange sie Zeit hatte alle an, verbesserte, gab aber vor allem Tipps, wie die Schüler die Zettel selbst noch einmal durchsahen.
In der kleinen Pause fragte sie ihre Problemschükerinnen Vokabeln ab, kontrollierte also, ob diese lernten (taten sie heute nicht, aber tendenziell zunehmend häufiger) und ermahnte sie, dran zu bleiben.
Mir fiel auf, dass eine Schülerin anstelle von Verben die Bedeutung von Substantiven sagte. Nachdem Frau Staats sich der nächsten zugewandt hatte, fragte ich sie nach, wie sie lerne. Sie sagte, dass sie einfach versuchte, sich die Worte einzuprägen. Ich versuchte dann, ihr zu erklären, wie sie in ihren Gedanken Verben, Substantive und Adjektive beim Lernen ordnen könne und das dann im Test zumindest merkte, wenn sie für ein Verb eine Substantivbedeutung sagte.
Ich habe gestern im lohmühlengymnasium einen Aushang gesehen, auf dem stand, dass eine gedächtnisweltmeisterin da gewesen sie um einer älteren Klasse Lerntechniken beizubringen und dass man darüber nachdenke, so etwa in Zukunft auch für fünfte oder sechste Klassen zu machen. Die kleinen würden das sicherlich " aufsaugen, wie ein Schwamm". Ich glaube, in England und Schweden wird das so gemacht, dass man Lerntechniken lehrt.
Ich finde den Ansatz gut, man sollte darüber nachdenken, welche Lerntechniken es gitb, wie man sie vermitteln kann und das dann real ausbauen.
das schreibe ich mir an meine Pinnwand für die Zukunft.
Ich habe auch darüber nachgedacht, in der kleinen Pause, dass Laptops hier das Bild stören würden. Nach der Pause wurde korrigiert, anschließend sahen die Kinder zwanzig Minuten einen Film über das alte Rom.
Was hätte hier ein laptopß zu sehen, wenn die Kinder das alles mit Heft und Stift besser können? Wenn Frau Staats mit ihnen die Vokabeln bespricht, die sie nciht kennen und sie trainiert, Vokabeln zu lernen? Wenn Medien gleich als Anreiz angeboten werden, der vom Unterricht getrennt ist?
Ich finde ein Konzept ohne Laptops besser. Ich habe bisher nicht gesehen, wo sie in eine Art in den Unterricht eingebunden wurden, die nicht auch ein Buch hätte leisten können.
Ein Moodle mag hilfreich sein, in Overstufe und Uni, die Kleinen schauen es zuhause nicht an.
Ich glaueb auch, dass es sehr bald in der 8a Laptopmüdigkeit gibt, wenn sie nciht bereits anfängt. Aber darüber haben wir im Seminar ja gesprochen.
Laptops müssen nicht überall sinnvoll sein, wo man sie benutzen kann.
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