Freitag, 14. November 2008

So, hier ist mein erster Post, den ich kurz nach meiner ersten Beobachtungsstunde verfasst hatte. Er enthält noch Pseudonyme etc., ich wollte ihn nun doch nicht verändern, weil er eben meinen ersten Eindruck und in der Reihe mit den anderen den Posting-Lerneffekt zeigt.

Ich hab auch mal meine Berichte über meine eigenen Pannen drin gelassen, damit die keiner wiederholt^^

Hallo liebe Kommillitonen

jetzt war ich bereits zwei Mal an der H.schule und habe mich dort meinem Erkundingsauftrag gewidmet. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, in welcher Form wir uns darüber äußern sollen, aber um es nicht zu vergessen wollte ich zumindest den Ablauf einmal eintragen.

Vorerst wird der Blog nicht sichtbar sein, da ich nicht sicher bin, in wiefern ich mich hier im Internet überhaupt äußern darf, ohne die Rechte der Schule zu verletzen.

Am Montag vor zwei Wochen meldete ich mich bei Herr D. Unglücklicherweise völlig schweißüberströmt und leicht lädiert, da ich morgends vorher arbeitete und nciht weggehen konnte, so dass ich den gesamten Doktorberg hochrannte (Zum Glück in der Unterrichtszeit, das hätte sonst wirklich einen seltsamen Eindruck bei den Schülern gemacht).
Ich erwischte ihn gerade noch und verabredete, am nächsten Donnerstag zu seinem Chemieunterricht zu erscheinen.
Nehmt euch also am morgen vor der Schule nichts vor. Sollte man überhaupt und vor Bewerbungsgesprächen NIE,NIE tun. Ich wünschte, ich würde auf mich hören :/

Das tat ich dann auch, um 7:34 erreichte ich die Schule, pünktlich und lädationsfrei. Herr D. untterichtet die MEdienklasse Xx in Chemie und Mathematik. Diese Klasse zeichnet sich durch die Tatsache aus, dass sämtliche Kinder ein elternfinanziertes Netbook besitzen und dieses im Unttericht nach Lehreranweisung verwendet wird. Beispielsweise sollten sie an diesem Tag im Chemieunterricht Verbindungen und Reinstoffe googeln, bzw. entsprechendes MAterial auf Moodle benutzen.
Die zweite Tatsache, durch die diese Klasse sich auszeichnet ist die Verwendung des Moodlesystems, einer Lernplattform auf der Unterrichtsmaterial, auf dem Social Softwareprogramm HotPotatoes basierende Übungsteste , sowie Hausaufgabenanweisungen hinterlegt werden können.
Theoretisch wäre Moddle auch als Lernforum oder Gruppenarbeitsforum denkbar, in dem die Kinder ihre Fragen stellen und diskutieren oder eigene Texte (Referate, Zusammenfassungen) hochladen. Laut Herrn D. ist Moodle noch in der Einführungsphase und soll noch weiter ausgebaut werden, dahingehend, dass die Kinder wesentlich mehr Aufgaben in Moodle abrufen und bearbeiten werden, zudem wären benotette Teste über Moodle durchaus denkbar.
Ich denke, auf diese Möglichkeit werde ich in meinem Referat über Moodle noch stärker eingehen, da Herr D. mir sie so schön erklärt hat.

Mir selbst fiel an diesem tag auf, dass die Kinder zwar teilweise etwas anderes an den Laptops machten, aber nicht lange und möglichst auch, ohne sich erwischen zu lassen. Ich hatte ferneer auch den Eindruck, dass die Kinder großen Respekt vor Herrn D. haben, was ich auch in meiner zweiten Beobachtung nur bestätigt sehen konnte, wenn auch, die Lautstärke die diese Klasse an dem Donnerstag in den ersten beiden Stunden zeigte in keiner Relation stand zu ihren Fähigkeiten Geräuschkulissen zu schaffen, die ich in der fünften Stunde an diesem Tag erleben sollte. Dann war die Klasse nämlich ausgeschlafen.

Bei der Xx handele es sich um eine schwer "regierbare Klasse" erlärte mir Frau S., meine frühere Lateinleistungskurslehrerin, dies seien Klassen, die in ihrer Kombination aus den einzelbnen Individuen eine große Unrihe und Lautstärke entwickeln, sich gegenseitig zu Zwischenreden anstacheln und allgemein sehr unruhig und schwer disziplinierbar sei.
Es gebe Klassen, so Frau S., die einfach aus ihrer Struktur heraus diszipliniert und still seien, und Klassen, die das nicht seien, obwohl ihr Individuen alle für sich liebe und verständige Kinder sind.

Auf meine Nachfragen eröffnete Herr D., dass das Problem der Xx, wobei man das nicht als Problem bezeichnen könne, darin bestehe, das sie eine vergleichsweise Leistungsschwächere Klasse seien und sich in ihrem Image als Underdogs gegenüber den anderen Klassen und als schwer regierbar ( wobei ihnen die Bezeichnung unbekannt ist) eingerichtet haben.

Im Nachhinein stellte ich mir die Frage, ob ich selbst als Referendarin einer solchen Klasse standhalten würde. Tatsächlich kann ich das nicht sagen, ich denke aber, dass ich mit der Xx gut zurechtkommen würde. Tatsächlich waren die Kinder nicht unfreundlich oder frech. Sie waren mir gegenüber aufgeschlossen und zeigten auch, dass sie durchaus wissen, was im Unteerricht angebracht ist und was nicht. Als Beispiel beobachtete ich eine Weile zwei Jungen, die in einer Stillarbeitsphase, in der in der Klasse keine rechte Ruhe eintrat, mit einer Schere herumfuchtelten (man muss es wirklich so bezeichen) und vorgaben sich gegenseitig in die Hosen zu schneiden. Als einer der Jungen (der Mittäter, nicht der Verursacher ihres " Spiels" ) bemerkte, dass ich ihnen zusah rief er seinen Freund zur Ordnung, mit den Worten: " Maaan, sie beobachtet uns! ". Ihm schien sein Verhalten peinlich zu sein. Allgemein schien es allen Kindern stets peinlich, vonn Herrn D. bei einer Unart erwischt zu werden, auch wenn sie hinter seinem Rücken, wenn sie glaubten, er bekäme nichts mit, zu allerlei Lebendigkeit aufliefen.

Tatsächlich mochte ich die Xx gleich von Anfang an. Die Einzelnen Schüler sind jeder für sich durchaus am Unterricht interessiert, es kam mir nicht so vor, als würden sie alle gern zur Schule gehen. Zudem ist keiner von ihnen wirklich unverschämt oder böse-frech.

Tatsächlich denke ich im Nachhinein, dass es für solch eine Klasse, eine gute Methode ist, sie mit Hilfe von Laptops am Unterricht interessiert zu halten und ihnen Abwechslungen zu bieten. Die Kinder verhielten sich in den Stunden Herrn D.s durchweg friedlicher und interessierter als bei ihrer Deutsch- und Englischlehrerin Frau T., die kaum Laptopbenutzung einbindet. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Aussicht, auf eine Arbeitsphase an den Laptops, die Kinder ruhiger arbeiten lässt, weil sie das Ziel, das "Leckerli" Laptop erreichen wollen, während sie in einer Stunde, die ihnen "nichts Aufregendes zu bieten hat" auch weniger bereitwillig sind, zu arbeiten.
Hier kann man also ableiten, dass man Netbooks auch als Mittel benutzen kann um eine Klasse "auf weiche Art" zu disziplinieren.

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