Samstag, 29. November 2008

Schulbesuch


Letzten Montag war ich natürlich auch wieder in der Schule, aber bei mir dauert es immer ein Weilchen, bis ich die Berichte auf meinen Blog tue. Ich habe nämlich nicht immer Internet, aber das ist eine andere Geschichte.

Mein Bericht:
heute war leider nicht viel los, in der Schule, mir ist nichts besonderes aufgefallen, in der Deutschstunde von Frau Thiery nicht und auch in den beiden Mathestunden mit Herrn Debacher nicht.
Ich schätze, solche Tage muss es auch geben, an denen sich einfach nicht viel ereignet.

Hier habe ich mal den Link zur Website der Hansaschule reingestellt, das können wir ja nun alle durch Eike: Hier ist sie, die Hansaseite.
Ich finde die neue Schulleiterin auf dem Foto sehr gut getroffen, sie ist auch sehr nett, als sie den Unterricht angesehen hat, gleichzeitig mit meiner Hospitation, ist sie herumgegangen und hat die Schüler einzeln ein wenig gefragt und mich natürlich auch, wie weit mein Lehrerinnenstudium ist, wie es zur Zeit in Hamburg gestaltet ist, usf.
RektoreInnen sind ja auch ein Teil meines Lehrerberufs, jetzt habe ich schon mal einen Rektorin außerhalb meines Schülerinnendaseins getroffen, sozusagen, auf der anderen Seite.
Letztlich sind Lehrer und Rektoren auch nur Menschen, habe ich dabei festgestellt.
Klingt trivial, kommt einem aus Schülerperspektive aber manchmal echt so vor, als wären Lehrer etwas völlig anderes, als man selbst. Das muss wohl so.

Nun gut, die Deutschstunde von Frau Thiery beschreibe ich jetzt nicht im Detail, weil sie wirklich soo unendlich ereignislos war. es gab eine Aufgabe zu "Dem Fräullein von Scuderi", die dann im Plenum gelöst wurden.
Bei Herrn Debacher kam heute in beiden Stunden kein Moodle zum Einsatz, die Kinder haben sehr viel Stillaufgaben gerechnet (wobei es nicht still war, sondern Murmelgruppen gebildet wurden). Ich sitze ja vorne, direkt vor den Nasen von einem kleinen Deutschrussen, einem franko-Afrikaner und einer Türkin, die drei gefallen mir, weil sie sich garantiert nie Gedanken gemacht haben, ob sie untereinander integriert sind, oder Vorurteile habe. Das ist der große Pluspunkt der Klasse, es sind zwar Raudis, aber multikulturelle und toll integrierte Raudis. Wahrscheinlich ist das Zeitalter, in dem man als Lehrer noch gegen Ausländerkindermobbing vorgehen musste bald endlich vorbei und das ist toll so!
Integration ist ja an vielen sehr gemischten Schulen ein Thema, aber wenn die Kinder das mittlerweile so toll hinkriegen muss man sich da keine Gedanken mehr drum machen (wobei das ja trotzdem immer noch mal auf einen zukommen kann).

Jedenfalls haben die Raudis mich gefragt, ob ich ihnen etwas Mathematisches erklären kann. Es war ziemlich einfach, Textaufgaben, aus denen man x und y Formeln ziehen kann und die dann gleichsetzen. Ich konnte ihnen weitgehend helfen, das war ganz gut. Ich muss mir also doch nicht solche0 Gedanken um Mathefachdidaktik machen.
Natürlich riefen dann ein anderer Junge "Hey, du Studentin! Hilfst du mir auch?". Ich bin dann doch zu ihm gegangen und am Ende auch ein bisschen noch "rum", aber da ich ja später als Lehrerin durchgehen lassen kann, wenn mich jemand, "Hey Lehrerin" ruft, habe ich ihn da dann noch verbessert.
Ich wusste zuerst nicht, ob ich da hin gehen soll und dem Kind helfen, habe Herr Debacher angesehen, aber der hatte da wohl auch keine Meinung. Da ich ja nun schon geholfen hatte und schlecht wieder in meine Einrichtungsgegenstandrolle zurück konnte, entschloss ich mich zu helfen und da schien Herr Debacher auch nichts dagegen zu haben.
Letzten Endes habe ichdie Situation also gemeistert. Sehr schön.

Später verteilte Herr Debacher Noten. Der kleine franko-Afrikaner bekam seine fünf und seine Freunde fragten ihn, warum, er sich nicht wenigstens beim Tafelrechenen beteiligte, man müsse ja nur mitdenken (wie Herr Debacher es ja auch immer sagt). Nach der Tafelrechensequenz und am Ende der Stunde fragte ich den kleinen dann auch, warum er nicht einmal eine Termumformung oder einen einfachen Teilschritt vormache, da er das ja könne (ich hatte es gesehen).
Offenbar hatte er den Eindruck, Herr Debacher hätte ihn einmal aufgeschrieben, als er etwas Falsches gesagt hatte. Was da gelaufen ist, weiß ich natürlich nicht, aber das kann ja so nicht mit rechten Dingen zugehen.
Ich erzählte Herr Debacher davon und dieser nahm sich vor, in der nächsten Stunde allgemein klarzustellen, dass er niemanden aufschriebe, weil er etwas Falsches mündlich sage. Dass er niemandem einen Strick drehe, der es versuche. Und das ein Falscher Beitrag immer noch ein Versuch sei und Interesse und daher positiv.

Sehr schön.
Eigentlich war die Stunde doch gar nicht so ereignislos, sondern sehr nett zum Hospitieren^^

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